Manche Gewerkschafter und Betriebsräte sind echt putzig. Jüngstes Beispiel ist die Chefin des Nokia-Betriebsrats in Bochum, Gisela Achenbach. Anläßlich der Veröffentlichung der Nokia-Bilanzen kommentierte sie:
“7,2 Milliarden Reinerlös - damit könnten die über 100 Jahre unsere Lohnkosten zahlen.”
Ganzer Artikel ““Gewinn reicht für 100 Jahre Gehaltszahlung””
Horst Seehofer tut es. Peter Struck tut es. Der Konsens ist parteiübergreifend: Nokia-Handys gehören boykottiert!
Der aktuelle SPIEGEL-Kommentar entlarvt diese Boykott-Aufrufe als das, was sie sind: “nichts als verlogener Populismus”. Systematisch zeigt SPIEGEL-Autor Andreas Nölting auf, weshalb diese Boykott-Aufrufe unsinnig, irreführend und letztlich scheinheilig sind.
Zum Schluss bleibt die Erkenntnis, dass Sony, Motorola, Samsung & Co. letztlich schon längt in Asien produzieren. Das “Handy Made in Germany” gibt es nicht mehr - und das ist auch OK so: Wenn die Produktion in anderen Ländern (kosten-)effizienter ist als in Deutschland, dann ist ein krampfhaftes Festhalten an diesem Standort nicht nur betriebswirtschaftlich unsinnig sondern volkswirtschaftlich auch eine ganz offensichtliche Fehlallokation von Ressourcen.
Quelle: Seehofers falsches Signal und das DDR-Handy (SPIEGEL 18.01.2008)