2011 17
Mai

Immer neue Merkwürdigkeiten im Fall Dominique Strauss-Kahn

Tag: Dominique Strauss-Kahnadmin @ 12:02

Ein Alibi, daraufhin eine Verlegung des angeblichen Tatzeitpunkts, ein vergessenes Handy, die Ablehnung von Kaution und die anschließende Unterbringung in einem der übelsten Gefängnisse der Region - die Merkwürdigkeiten im Fall Strauss-Kahn werden immer zahlreicher. Die Mainstream-Medien plappern die offiziellen Verlautbarungen einfach nach und scheinen sich über die geradezu absurde Situation kein wenig zu wundern.

Wie sich seit unserem ersten Artikel zur Strauss-Kahn-Verschwörung herausgestellt hat, war Strauss Kahn während der vermeindlichen Tatzeit (angeblich) mit seiner Tochter beim Mittagessen. Dieses Alibi könne nicht nur die Tochter bezeugen, auch entsprechende Kreditkartenbelege (und damit objektive Beweise) gäbe es. Kurze Zeit später korrigieren die US-Behörden nun die (angebliche) Tatzeit von 13 Uhr auf “ca. 12 Uhr” - was auch dringend geboten erschien, denn mittlerweile war klar, dass Strauss Kahn bereits um 12:28 Uhr aus dem Hotel ausgecheckt hatte.

Die Behauptung, Strauss-Kahn sei “fluchtartig” abgereist, wird zudem von einer weiteren Information erschüttert: Sein Flug war bereits deutlich im voraus gebucht worden - was allein schon deswegen plausibel erscheint, weil er fest geplante Termine in Europa hatte und sich tatsächlich um diese Zeit auf den Weg zum Flughafen machen musste, um die Maschine zu erreichen.

Äußerst obskur ist auch die Geschichte mit Strauss-Kahns Handy. So schreibt SPIEGEL Online:

“So habe Strauss-Kahn vom Flughafen aus im Hotel Sofitel, wo sich die Tat ereignet haben soll, angerufen und nach seinem Handy gefragt, von dem er geglaubt habe, es dort liegengelassen zu haben. Ein Hotelangestellter habe gelogen, dass er das Handy in Besitz habe, und gefragt, wo er Strauss-Kahn zur Übergabe treffen könne. Daraufhin habe dieser offenbart, er sei am John F. Kennedy Airport.”

Aha. Strauss Kahn versucht also angeblich, eine Hotelangestellte zu vergewaltigen, verlässt dann fluchtartig das Hotel, vergisst dabei sein Handy - und ruft kurze Zeit später im Hotel an, als wäre nichts gewesen? Dabei verrät er freundlicherweise auch noch seinen Aufenthaltsort. Come on!

Sofern überhaupt irgendwas an der Geschichte mit dem Handy wahr ist, wirft das eher neue Fragen auf: Gehen wir davon aus, dass Strauss Kahn die Tat nicht begangen, sein Handy aber sehr wohl vermisst hat - wenn es den Anruf im Hotel wirklich gegeben hat, wäre dies die plausibelste Variante. Dann spricht dies dafür, dass Strauss Kahn entweder - aus welchem Grund auch immer - etwas “durch den Wind” war und sein Handy wirklich vergessen hat oder ihm das Handy entwendet wurde. Dies würde insofern ins Bild passen, als dass es mit Sicherheit kein gewöhnliches Handy war, sondern eines, dass ihm die autorisierte und gesicherte Kommunikation erlaubt. Sprich: Mit diesem Handy hätte Strauss-Kahn Telefonate führen können, die er über einen Münzfernsprecher oder ein anderes Telefon sicher nicht geführt hätte - zumal er davon ausging, dass er in Kürze mit möglichen Gesprächspartnern in Europa unter vier Augen würde sprechen können.

Auffällig ist auch die Härte, mit der die US-Justiz Strauss Kahn behandelt. Eine Haftverschonung gegen Kaution und Abgabe des Reisepasses wäre in einem solchen Fall gängige Praxis. Auch die Unterbringung in “New Yorks härtestem Knast” (Zitat BILD Online) gibt zu denken. Will man Strauss Kahn einfach nur einen Denkzettel verpassen? Oder bereitet man schon einmal eine “plausible” Erklärung für den Fall vor, dass der Angeklagte “dem psychischen Stress nicht mehr standhält und sich in seiner Zelle erhängt”? Was dann ja einem Schuldeingeständnis gleichkäme und weitere Ermittlungen überflüssig machen würde - wie praktisch!