2009 04
Nov

Warum GM Opel nun doch nicht verkaufen will

Tag: Allgemeinadmin @ 09:50

Wie naiv sind deutsche Politiker und deutsche Wirtschaftsmedien eigentlich? Es gibt einen ganz einfachen Grund, weshalb GM eigentlich gar kein Interesse an einem Opel-Verkauf haben kann. Nur ist es brandgefährlich, diesen Grund zu nennen …

GM wurde bis dato mit 60 Milliarden US-Dollar vom amerikanischen Staat vor der Insolvenz bewahrt. Da der amerikanische Staat (wie viele andere Staaten der Welt) seine Einnahmen schon lange nicht mehr aus Steuereinnahmen decken kann, wurde auch diese Rettung auf Pump finanziert, sprich: durch Neuverschuldung. Dazu gibt der amerikanische Staat Anleihen aus. In der Vergangenheit galten diese als sichere Geldanlage und wurden vor allem von China und Japan gekauft. Diese Zeiten sind vorbei: Heute kauft die US-Notenbank einen Großteil der amerikanischen Staatsanleihen. Ja, richtig, das ist ein klassisches “Linke-Tasche-rechte-Tasche-Spiel”. De facto druckt sich der amerikanische Staat all das Geld, was er braucht - kostet ja nichts. (Genauer gesagt wird das Geld nicht mal gedruckt, sondern durch einen Tastendruck im Computer erzeugt.)

Was würde GM (mittlerweile ganz wesentlich unter Kontrolle der US-Regierung) im Falle eines Verkaufs von Opel bekommen? Nichts oder US-Dollar - die man aber selbst viel billiger produzieren kann. Und was kostet die Sanierung von Opel (außer Arbeitsplätzen)? Geld - aber das kann man ja selbst zum Nulltarif produzieren.

Mit anderen Worten: Die Amerikaner wären schön blöd, wenn sie einen tatsächlichen Wert (Produktionsstätten, Knowhow, Patente …) gegen “heiße Luft” tauschen würden.

Dummerweise bedeutet das Eingeständnis dieser ganz offensichtlichen Tatsache das Eingeständnis, dass der Dollar (und damit alle ungedeckten Papierwährungen) nichts als heiße Luft und praktisch wertlos sind. Wir können das schreiben, die Mainstream-Medien und die Politik müssen weiter gute Miene zum bösen Spiel machen.