2008 27
Jul

Streik bei der Lufthansa - oder: Die Gier von verdi & Co.

Tag: Allgemeinadmin @ 15:47

Eine Lohnerhöhung von 7,7 Prozent bei einer Laufzeit von 21 Monaten hat Lufthansa im aktuellen Tarifstreit angeboten - als Verhandlungsgrundlage, so dass am Ende sogar noch mehr herauskommen dürfte. verdi reicht das nicht. Die Gewerkschaft will 9,8 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von nur einem Jahr. Ab Montag wird großflächig und unbefristet gestreikt. Mit Verlaub: Haben die sie noch alle?

Die Parallelen zum jüngsten Lokführerstreik sind nicht von der Hand zu weisen:

  • Eine vergleichsweise kleine Gruppe von Arbeitnehmern und ihre Gewerkschaftsfunktionäre sind über alle Maßen gierig, schlagen ein wahrlich sattes Angebot der Arbeitgeberseite einfach aus und treten in Streik.
  • Sowohl bei der Bahn als auch bei der Lufthansa trifft es eine große Zahl von Menschen, die einfach nur von A nach B wollen und dabei jetzt keineswegs Opfer starrköpfiger Arbeitgeber sondern gieriger Gewerkschafter werden.
  • In beiden Fällen handelt es sich überdies um De-facto-Monopolisten: Die Bahn besitzt das Monopol im deutschen Schienenverkehr, und im innerdeutschen Flugverkehr hat die Lufthansa über 90 Prozent Marktanteil.

Wir alle sollten uns vor Augen führen: Die Beziehung zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber regelt ein Arbeitsvertrag. Der Arbeitnehmer schuldet seine Arbeit, der Arbeitgeber den Lohn. Dass es eine gesetzlich verankerte Möglichkeit gibt, dieses Vertragsverhältnis ohne Folgen vorübergehend einseitig außer Kraft zu setzen, ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit, sondern ein einzigartiges Privileg.

Es gibt ein Recht auf Streik. Es gibt ebenso die Möglichkeit, ein Recht mißbräuchlich zu nutzen. Wer ein Recht missbraucht, riskiert, dass dieses in Zukunft beschnitten wird. Sollte es soweit kommen, dürfen wir uns bei Gewerkschaften bedanken, die offenbar jedes Augenmaß verloren haben.