Seit dem Abend des 27. Januar drängt die hessiche SPD auf eine Ampelkoalition. Während man eine Koalition mit der CDU aufgrund programmatischer Differenzen mehr oder minder kategorisch ausschließt, tut Andrea Ypsilanti gerade so, als müsse sich die FDP nur ein klein wenig bewegen, um mit SPD und Grünen eine Regierung in Hessen bilden zu können.
Ganzer Artikel “Ampelkoalition in Hessen? Hallo, jemand zuhause?”
Manche Gewerkschafter und Betriebsräte sind echt putzig. Jüngstes Beispiel ist die Chefin des Nokia-Betriebsrats in Bochum, Gisela Achenbach. Anläßlich der Veröffentlichung der Nokia-Bilanzen kommentierte sie:
“7,2 Milliarden Reinerlös - damit könnten die über 100 Jahre unsere Lohnkosten zahlen.”
Ganzer Artikel ““Gewinn reicht für 100 Jahre Gehaltszahlung””
Horst Seehofer tut es. Peter Struck tut es. Der Konsens ist parteiübergreifend: Nokia-Handys gehören boykottiert!
Der aktuelle SPIEGEL-Kommentar entlarvt diese Boykott-Aufrufe als das, was sie sind: “nichts als verlogener Populismus”. Systematisch zeigt SPIEGEL-Autor Andreas Nölting auf, weshalb diese Boykott-Aufrufe unsinnig, irreführend und letztlich scheinheilig sind.
Zum Schluss bleibt die Erkenntnis, dass Sony, Motorola, Samsung & Co. letztlich schon längt in Asien produzieren. Das “Handy Made in Germany” gibt es nicht mehr - und das ist auch OK so: Wenn die Produktion in anderen Ländern (kosten-)effizienter ist als in Deutschland, dann ist ein krampfhaftes Festhalten an diesem Standort nicht nur betriebswirtschaftlich unsinnig sondern volkswirtschaftlich auch eine ganz offensichtliche Fehlallokation von Ressourcen.
Quelle: Seehofers falsches Signal und das DDR-Handy (SPIEGEL 18.01.2008)